Moosbewachsene steinerne Figur in einem balinesischen Garten, umgeben von tropischem Grün.

Räume für Frauen

Schreiben in Bali | Wie ein Frauenprozess entsteht | Silke Saracoglu |

Ich sitze hier in Bali, genau genommen am Rand von Ubud, mitten in den Reisfeldern. Überall Grün. Ich kann mich an diesem Satten nicht sattsehen. Es regnet viel und es ist, sagen wir mal, frisch. Vor mir steht ein wohliger Tee: Ginger, Lemongrass, Lime und echter, roher Honig. Schmeckt herrlich und soll in der Regenzeit gegen Flu schützen. Na, da bleibe ich lieber verschont.


Ich bin weit weg. So vieles geht an mir vorbei. Überall in der Welt kracht es, rüttelt es. Und ich sitze hier? Ja. Ich weiß. Hier ist auch nicht alles Postkarte. Auch hier gibt es Missbrauch. Unvorstellbar viel Müll. Ich will meine Augen nicht zumachen vor dem, was schiefläuft. Auch nicht hier im Grün. Ich kann nicht alles gleichzeitig retten – würd ich gerne. Ich weiß das: Dauerempörung ist keine Haltung. Selbsthygiene ist kein Egoismus. Sie ist Voraussetzung.

Ich kam hierher, um mein Buch fertig zu machen. Und diese Woche habe ich es abgeschickt.
An fünf Verlage. Mein Herz hat ganz ruhig geschlagen und ich war still entspannt, als ich auf Senden gedrückt habe. Aber hinterher musste ich mich ehrlich gesagt erstmal wie ein Hündchen schütteln. Ja, das war doch ganz schön aufregend. Nicht so „Jetzt beginnt ein neues Leben“-aufregend, sondern eher: Und was kommt jetzt? Heute ist mir viel stiller zumute. Da ist mehr Ruhe. Und Gewissheit. Ich weiß ja: Wenn etwas fertig ist, braucht man nichts mehr festhalten. Man darf’s einfach gehen lassen. Es sich selbst überlassen.
Ich kenne das gut von der Bühne. Wenn ein Stück Generalprobe hatte, gehört es sich selbst.

Jetzt ist hier wieder Raum. Viel davon, wenn’s gut läuft. Raum und ich, mittendrin in diesem – ja, genau: Grün.

Ich habe das fertige Manuskript mit meinen Freundinnen über Zoom gefeiert. Das sind große Frauen, weise Frauen. Meine Frauen. Meine Hood. Wir passen aufeinander auf, halten uns, pushen uns, und manchmal lassen wir uns auch. Jede darf sein, wie sie ist. Muss sich nicht inszenieren. Keine muss klüger oder weiter sein oder sich beweisen.

Gerade dachte ich:

So ein Raum ist selten.


Warum glauben wir immer, dass wir erst noch klüger oder weiter sein müssen, etwas leisten müssten, oder schnell noch erledigen sollten, oder noch das Eine abhaken müssen bevor –
Ja was eigentlich? … Bevor wir da sein dürfen. Wir, ganz normal, mit unseren Macken und Zweifeln. Mich interessiert im Moment am meisten genau das: Räume, in denen nichts erreicht werden muss. Räume, in denen man nicht analysiert oder optimiert wird.
Sondern solche, in denen man sich einfach mal gehalten fühlen darf. Punkt. Nichts an diesen Räumen fühlt sich anstrengend an. Und alles, das, was sich nicht anstrengend anfühlt, hat gerade meine volle Aufmerksamkeit. Hier in Bali macht sich mein Herz weiter (während ich das schreibe, komm ich mir grad vor wie diese Eat-pray-love-Julia-Roberts). Es ist nicht viel anders als sonst, es fühlt sich klarer an. Wie eine große Verschiebung mehr zu mir hin. Weniger Rolle. Weniger „ich muss, ich soll, ich darf aber…“ Einfach mehr Selbstverständnis. Mehr Dasein. Und noch mehr Grün.

Ich genieße das gerade. Und ich weiß, was ich mache:

Ich werde so einen Prozess öffnen.

Über fünf Monate hinweg wird eine kleine, feste Gruppe von sechs bis acht Frauen miteinander arbeiten. Miteinander sein. Es geht dabei nicht um Selbstoptimierung, nicht um Wellness und auch nicht um ein unverbindliches „Wir schauen mal“, sondern um einen ernst gemeinten, klar gehaltenen Rahmen. Einen Rahmen, in dem man wachsen darf, ohne sich zu verbiegen. In dem man echter werden kann. In dem du da sein darfst. Wenn du spürst, dass du genau das brauchst, also keinen weiteren Kurs oder therapeutischen Methodenkoffer und keine Coaching-Tools, sondern einen verlässlichen Raum mit Frauen, die es wirklich ernst meinen, dann frag dich, ob du Ja sagen willst zu diesem verbindlichen Frauenprozess. Wenn du dir genau soetwas schon lange gewünscht hast, schreib mir oder trag dich in den Newsletter ein.

Ich melde mich, sobald es konkret wird. Beginnt es genau hier?


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