Nächste Lesung 13. 12. 2026, 20:00 Uhr, Tübingen · Egeria-Viertel im Viertel Vor
Ein Abend im Advent: Kurzprosa von Silke Saracoglu mit Musik von Süel Saracoglu
Die Frau bringt die Worte mit, der Mann die Töne und was entsteht dazwischen?Geschichten, Musik, Begegnung mit Silke und Süel Saracoglu – nicht unbedingt weihnachtlich.
Nach vielen Jahren als Tübinger Theatermacherin hat Silke Saracoglu (hier mehr über Silke) in diesem Sommer ihr erstes Buch veröffentlicht: HEULEN KANNSTE HINTERHER. Geschrieben hat sie allerdings gefühlt schon immer: Theaterstücke, Szenen und Texte für die Bühne. Mit ihrem Buch rückt ihre Kurzprosa nun erstmals in den Mittelpunkt einer musikalischen Lesereihe.
Ihre Geschichten erzählen von Kindheit, Familie, Abschieden, Neuanfängen und den kleinen Momenten, in denen das Leben blitzartig die Richtung wechselt. Mit Humor, feiner Beobachtungsgabe, Berliner Schnauze und einem liebevollen Blick auf die Menschen richtet Saracoglu die Lupe auf das Alltägliche und lässt Vertrautes überraschend neu erscheinen. Texte zum Lachen, zum Nachdenken und oft zu beidem gleichzeitig.
Musikalisch begleitet wird die Lesung von Süel Saracoglu. Mit Handpan, Lunalita, Percussion und weiteren Instrumenten entstehen zwischen den Geschichten ganz eigene Klangräume. Viele seiner Instrumente kennen Tübingerinnen und Tübinger bereits aus dem Schaufenster seines Casa Luna – Ladens in der Neckargasse.
Du wünschst dir eine Lesung? Süel soll Musik machen? Gerne! Ich lese für dich, für euch , wir kommen in Buchhandlungen, Kulturorten, Friseursalons, Metzgereien, in Wohnzimmern und an Orte, auf die wir selbst noch gar nicht gekommen sind. Schreib mir gern.
Kannst du an dem Abend nicht? Das Buch kannst du hier bestellen oder weiter unten erste Texte und Hörproben entdecken.
Kurzprosa von Silke Saracoglu
Kurzprosa von Silke Saracoglu
Kurze Texte über Herkunft, Körper, Familie, Scham, Komik und die seltsamen Dinge, die Menschen mit sich herumtragen.
Du möchtest mich für eine Lesung einladen? Schreib mir gern.
Ich lese unglaublich gern. Ich mag es, wenn Geschichten den Weg vom Papier in den Raum finden. Ob Buchhandlung, Café, Kulturort oder Wohnzimmer – ich komme dorthin, wo Menschen für einen Abend zusammenkommen möchten. Auf Wunsch begleitet mich Süel musikalisch – dezent, atmosphärisch und passend zu den Texten.
„… und dann hat man eine Geschichte gelesen und man kann nicht anders, als weiterblättern, weiterlesen. Jede Geschichte ist besonders. Jede riecht anders, hat eine andere Geschwindigkeit, eine andere Farbe. […] Ein Reich der Bilder, das durch Emotionen bewegt wird, sanft, poetisch, frech, aber immer bunt.“
– Franky und Hellie, Theatermacherin
„Lesen von Verwandlung, Veränderung, Transformation, wachsender Gelassenheit, die mit dem Älterwerden kommt. […]Das ist wunderschön, humorvoll, bestärkend und zeigt mir einen Blick, den ich bei vielen meiner Freundinnen und auch bei mir bemerke: die wachsende Leichtigkeit, die wachsende Klarheit.“
– Anna Rosenfelder, Figurenspielerin
„Silke Saracoglu gelingt etwas, das schwieriger ist, als es aussieht: Mit wenigen Worten ganze Welten zu eröffnen. Die Texte bewegen sich zwischen Humor, Melancholie und feiner Beobachtungsgabe.“
„Wer kennt das biestige schwarze Kinnhaar nicht? Wer kennt die verschrumpelten Hände der Mama nicht? Wer hat eine olle Lieblingstasse, die nicht austauschbar ist? […] Kleine profane Geschichten aus dem Alltag von früher spielen in diesem Buch eine große Rolle. Wunderschön und gefühlvoll geschrieben mit einer Prise Humor!“
– Beate Fülle
„Die Texte sind ruhig, ehrlich und haben bei mir immer wieder etwas ausgelöst. Manche Passagen haben mich zum Nachdenken gebracht, andere haben mich einfach berührt. Gerade weil die Geschichten so nah am Leben sind, wirken sie lange nach.“
– Frank, Amazon-Rezension, verifizierter Kauf
„Ich ertappte mich dabei wie ich Jackodur-Dämmplatten google, über Federexperten sinniere, kurz gerührt ein Tränchen verdrücke, die mutige Frau in den Geschichten bewundere, um dann gebannt die nächste Kurzgeschichte zu lesen.“
Dann freue ich mich sehr über ein paar Worte von dir, als Amazon-Rezension oder direkt an mich. Denn wenn du das Buch über Amazon gekauft hast, erfahre ich nicht, wer du bist.
Und ja: Rezensionen helfen diesem Buch, von weiteren Menschen gefunden zu werden.
Zwölf Geschichten aus HEULEN KANNSTE HINTERHER haben sich zwölf Bilder gesucht.
Oder war das andersherum? Wer weiß das schon.
Jedenfalls lagen da plötzlich zwölf weiße Felder auf meinem Tisch. Dazu Papier, Farbe, Fundstücke, Stifte und ich hatte eine wirklich ganz große Lust, herauszufinden, was passiert, wenn ich einfach mal loslege.
Inzwischen sind aus den weißen Feldern zwölf kleine Mikrokunstwerke geworden.
Und aus denen wird gerade etwas für 2027.
Mehr schon bald.
Mal ist da nur ein Kratzen. Eine Fliege. Ein Küchenboden. Ein Blick in den Spiegel. Ein zu lauter Gedanke im falschen Moment. Und da sind sie, die ganzen Geschichten vom Leben: von Herkunft und Körpern, von Müttern, Mäusen und Männern, von Wut, Maßlosigkeit, Müdigkeit, Scham und dem Versuch, sich selbst nicht dauernd im Weg zu stehen. Saracoglus kurze Texte täuschen. Sie handeln vom Kleinen und meinen das Ganze. Sie schreibt über das, was uns prägt, verfolgt, formt und überraschend komisch einholt. Über das, was bleibt. Über das, was wegkann. Und über all das, was man mit sich herumschleppt, obwohl es sich längst erledigt haben könnte, wenn … Diese Stücke sind nah dran, hellwach, unerquicklich, zärtlich und absurd. Manche sind passiert. Manche sind erfunden. Alle sind wahr genug.
Klappentext HEULEN KANNSTE HINTERHER
Leseprobe
Zwanzig Zentimeter, bis es stockt
Wenn sie mit ihren Augen schaut, mit denen, die fünf sind, ist dort, wo sie wohnt, alles grau. Stadt. Häuser. Hoch. Alt. Braunkohle in der Luft. Es ist kalt. Eiskalt. Die Bäume sind kahl. Dass das Knospen sind, was da an den Enden der Zweige glänzt, weiß sie noch nicht. Sie guckt auf ihre kleinen Füße. Große, rote Lederstiefel mit grauem Pelzrand. Ihre Mutti guckt heut geheimnisvoll. Sie hat sie früher aus dem Kindergarten abgeholt, sie in den dicken blauen Anorak gestopft. Mütze. Schal. Handschuhe. Überraschung. Sie fragt, wohin sie gehen. Mutti verrät es nicht. Heute hopst sie an Muttis Hand durch den kalten Nachmittag. Sie trällert: „Leg ich dem Schimmelchen Heu vor das Haus, packt gleich Knecht Ruprecht lalalalala …“ Sie singt immer. Es ist fast schon dunkel. Mit der U-Bahn fahren sie zum Alex. U-Bahn fahren findet sie gut. Die Bahn ist voll. „Leg ich dem Schimmelchen Heu vor das Haus …“ Am Alex türkisgrüne Fliesen. Unten am Bahnsteig treffen sie Muttis Freund. Er küsst Mutti. Er nimmt ihre andere Hand. Ihre kleine Hand ist ganz in seiner verschwunden. „…packt gleich Knecht Ruprecht … lalalalala …“ Sie kommen die Treppen hoch. Alles ist anders dort. Größer. Neuer. Höher. Es glänzt. Es leuchtet. Es flackert. Sie fragt die ganze Zeit. Hopst. Lässt sich schwingen zwischen den Großen. Zuerst ist der Duft da. Dann sind sie da. Es duftet süß. Nach Bratapfel. Nach Waffeln. Der Weihnachtsmarkt. Sie klatscht in die Handschuhe. Sie strahlt. So weit kann man gar nicht gucken. Zuckeräpfel in den Buden. Knallrot. Räuchermännchen. Schwibbögen. Es ist laut. Sie will alles. Hopst. Lässt Muttis Hand nicht los.Die Zuckerwatte schmilzt in ihrem Mund. Am Riesenrad ist eine lange Schlange. Beim Warten muss sie hüpfen. „Leg ich dem Schimmelchen Heu vor das Haus…“ „Jetzt hör doch mal auf damit“, sagt der Freund von Mutti. Oben im Riesenrad sieht sie die ganze Welt. Sogar den Fernsehturm. Fast kann sie ihn anfassen. Mutti hält sie ganz fest. Unten gibt es Bratwurst. Die Erwachsenen nehmen Senf. Sie will Kepschup. Das Kettenkarussell mag sie am liebsten. Alles dreht sich. Ganz schnell. Alles verschwimmt. Alles kribbelt. Bis in die Füße. Bis in die Nase. Bis in den Bauch. Sie denkt an die Bratwurst. Der Freund fragt: „Na, willste noch mal?“ „Lieber nicht“, sagt Mutti. „Siehste nicht, wie blass sie ist?“ Sie bleiben an der Losbude stehen. Der Freund spendiert für jeden ein Los. Mutti zieht eine Niete. Der Freund bekommt einen Häkelball am Gummiband, mit Stanniolpapier gefüllt. Ihr Los ist als Letztes dran. Sie kann noch keine Zahlen lesen. „Nummer Hundertmillionensieben“, sagt sie. Der Budenbesitzer lacht und schlägt die große Glocke. „Hauptgewinn!“ Alle schauen. Alle staunen… … … 👉 Du willst wissen, was der Hauptgewinn ist? Dann darfst du gerne weiterlesen im Buch.
Im Sommer 2026 ging HEULEN KANNSTE HINTERHER zum ersten Mal auf die Bühne. Drei Lesungen, drei ziemlich unterschiedliche Orte und jedes Mal ein anderer Abend.
Kurzprosa von Silke Saracoglu mit Musik von Süel Saracoglu
Drei Abende im Sommer
19. August · Tübingen, Marc’s Haircompanie 22. August · Dußlingen, Bürgerstiftung 23. August · Tübingen, unterm Dach im Französischen Viertel
Du möchtest mich für eine Lesung einladen? Süel soll Musik machen? Gerne!
Ich lese für dich, für euch in Buchhandlungen, Kulturorten, Friseursalons, Metzgereien, in Wohnzimmern und an Orten, auf die ich selbst noch gar nicht gekommen bin. Schreib mir gern.
Und wie war’s? In Dußlingen kamen mehr als 60 Menschen zur Lesung. Die Bürgerstiftung schrieb anschließend von einem besonderen Abend: „Mit viel Wärme, Humor und einer guten Portion Lebenserfahrung nahm sie die Zuhörerinnen und Zuhörer mit auf eine abwechslungsreiche Reise. Besonders stimmungsvoll wurde die Lesung durch die musikalische Begleitung von Silkes Mann Süel. Mit Handpan, Lunalita, Percussion und weiteren Instrumenten schuf er passend zu den von ihr gelesenen Kurzgeschichten eine einfühlsame und abwechslungsreiche Klangkulisse. Die Musik und die Texte ergänzten sich dabei auf wunderbare Weise.“