HEULEN KANNSTE HINTERHER


Kurzprosa mit Musik

Drei Abende im Sommer

Geschichten, Musik, Begegnung mit Silke und Süel Saracoglu

19. August – Marc’s Haircompany

21. August – H 13 in Dußlingen

23. August – Französisches Viertel

15 € | erm. 12 €

Nach vielen Jahren als Tübinger Theatermacherin hat Silke Saracoglu in diesem Sommer ihr erstes Buch veröffentlicht: HEULEN KANNSTE HINTERHER. Geschrieben hat sie allerdings gefühlt schon immer: Theaterstücke, Szenen und Texte für die Bühne. Mit ihrem Buch rückt ihre Kurzprosa nun erstmals in den Mittelpunkt einer musikalischen Lesereihe

Ihre Geschichten erzählen von Kindheit, Familie, Abschieden, Neuanfängen und den kleinen Momenten, in denen das Leben blitzartig die Richtung wechselt. Mit Humor, feiner Beobachtungsgabe, Berliner Schnauze und einem liebevollen Blick auf die Menschen richtet Saracoglu die Lupe auf das Alltägliche und lässt Vertrautes überraschend neu erscheinen. Texte zum Lachen, zum Nachdenken und oft zu beidem gleichzeitig.

Musikalisch begleitet wird die Lesung von Süel Saracoglu. Mit Handpan, Lunalita, Percussion und weiteren Instrumenten entstehen zwischen den Geschichten ganz eigene Klangräume. Viele seiner Instrumente kennen Tübingerinnen und Tübinger bereits aus dem Schaufenster seines Geschäfts Casa Luna in der Neckargasse.

Die Frau bringt die Worte mit, der Mann die Töne und was entsteht dazwischen?

Schau, höre, lies selbst. Wir freuen uns auf euch.

  • 📍Mittwoch, 19. August, 19.30 Uhr, Marc’s Haircompany, Aixer Straße 46, Tübingen, Eintritt: 15/12 € Die Plätze sind begrenzt.
  • 📍Freitag, 21. August, 19.00 Uhr, Sommer im Garten der Bürgerstiftung Dußlingen, Hindenburgplatz 13 (bei der Backscheune) in Dußlingen
  • 📍Sonntag, 23. August, 19.30 Uhr, Sommerlesung im Französischen Viertel, Tübingen. Eintritt: 15/12 €. Die Plätze sind begrenzt. Der Veranstaltungsort wird nach Reservierung bekannt gegeben.

Kannst du an den Abenden nicht?
Das Buch kannst du hier bestellen oder erste Texte und Hörproben entdecken.

Buchcover HEULEN KANNSTE HINTERHER von Silke Saracoglu
Kurzprosa von Silke Saracoglu

Kurzprosa von Silke Saracoglu

Kurze Texte über Herkunft, Körper, Familie, Scham, Komik und die seltsamen Dinge, die Menschen mit sich herumtragen.

📖 179 Seiten · 24 € · ISBN: 9798195163259 · Hardcover · erschienen Juni 2026




HEULEN KANNSTE HINTERHER live

Ich lese unglaublich gern. Ich mag es, wenn Geschichten den Weg vom Papier in den Raum finden. Ob Buchhandlung, Café, Kulturort oder Wohnzimmer – ich komme dorthin, wo Menschen für einen Abend zusammenkommen möchten. Auf Wunsch begleitet mich Süel musikalisch – dezent, atmosphärisch und passend zu den Texten.

Erste Stimmen zum Buch

„Silke Saracoglu gelingt etwas, das schwieriger ist, als es aussieht: Mit wenigen Worten ganze Welten zu eröffnen. Die Texte bewegen sich zwischen Humor, Melancholie und feiner Beobachtungsgabe.“

– Claudia Lochert

„Ich ertappte mich dabei wie ich Jackodur-Dämmplatten google, über Federexperten sinniere, kurz gerührt ein Tränchen verdrücke, die mutige Frau in den Geschichten bewundere, um dann gebannt die nächste Kurzgeschichte zu lesen.“

– K. Hemp

Eine Bitte:

Das Schönste am Bücherschreiben sind nicht die Verkaufszahlen. Es sind die Begegnungen, die daraus entstehen.
Wenn du HEULEN KANNSTE HINTERHER über Amazon gekauft hast, erfahre ich leider nichts davon, denn Amazon verrät Autor:innen nicht, wer ihre Bücher bestellt.

Deshalb freue ich mich über jede Nachricht: Erzähl mir gern, wie dir das Buch gefallen hat oder welcher Text dich begleitet hat.

Eine Bitte: Eine Rezension auf Amazon wäre ein großes Geschenk. Sie hilft dabei, dass das Buch auch andere Menschen findet.

So wird aus einer anonymen Bestellung eine echte Begegnung. Ich danke dir von Herzen.


Leseprobe

Zwanzig Zentimeter, bis es stockt

Wenn sie mit ihren Augen schaut, mit denen, die fünf sind, ist dort, wo sie wohnt, alles grau. Stadt. Häuser. Hoch. Alt. Braunkohle in der Luft. Es ist kalt. Eiskalt. Die Bäume sind kahl. Dass das Knospen sind, was da an den Enden der Zweige glänzt, weiß sie noch nicht. Sie guckt auf ihre kleinen Füße. Große, rote Lederstiefel mit grauem Pelzrand. Ihre Mutti guckt heut geheimnisvoll. Sie hat sie früher aus dem Kindergarten abgeholt, sie in den dicken blauen Anorak gestopft. Mütze. Schal. Handschuhe. Überraschung. Sie fragt, wohin sie gehen. Mutti verrät es nicht. Heute hopst sie an Muttis Hand durch den kalten Nachmittag. Sie trällert: „Leg ich dem Schimmelchen Heu vor das Haus, packt gleich Knecht Ruprecht lalalalala …“ Sie singt immer. Es ist fast schon dunkel. Mit der U-Bahn fahren sie zum Alex. U-Bahn fahren findet sie gut. Die Bahn ist voll. „Leg ich dem Schimmelchen Heu vor das Haus …“ Am Alex türkisgrüne Fliesen. Unten am Bahnsteig treffen sie Muttis Freund. Er küsst Mutti. Er nimmt ihre andere Hand. Ihre kleine Hand ist ganz in seiner verschwunden. „…packt gleich Knecht Ruprecht … lalalalala …“ Sie kommen die Treppen hoch. Alles ist anders dort. Größer. Neuer. Höher. Es glänzt. Es leuchtet. Es flackert. Sie fragt die ganze Zeit. Hopst. Lässt sich schwingen zwischen den Großen. Zuerst ist der Duft da. Dann sind sie da. Es duftet süß. Nach Bratapfel. Nach Waffeln. Der Weihnachtsmarkt. Sie klatscht in die Handschuhe. Sie strahlt. So weit kann man gar nicht gucken. Zuckeräpfel in den Buden. Knallrot. Räuchermännchen. Schwibbögen. Es ist laut. Sie will alles. Hopst. Lässt Muttis Hand nicht los.Die Zuckerwatte schmilzt in ihrem Mund. Am Riesenrad ist eine lange Schlange. Beim Warten muss sie hüpfen. „Leg ich dem Schimmelchen Heu vor das Haus…“ „Jetzt hör doch mal auf damit“, sagt der Freund von Mutti. Oben im Riesenrad sieht sie die ganze Welt. Sogar den Fernsehturm. Fast kann sie ihn anfassen. Mutti hält sie ganz fest. Unten gibt es Bratwurst. Die Erwachsenen nehmen Senf. Sie will Kepschup. Das Kettenkarussell mag sie am liebsten. Alles dreht sich. Ganz schnell. Alles verschwimmt. Alles kribbelt. Bis in die Füße. Bis in die Nase. Bis in den Bauch. Sie denkt an die Bratwurst. Der Freund fragt: „Na, willste noch mal?“ „Lieber nicht“, sagt Mutti. „Siehste nicht, wie blass sie ist?“ Sie bleiben an der Losbude stehen. Der Freund spendiert für jeden ein Los. Mutti zieht eine Niete. Der Freund bekommt einen Häkelball am Gummiband, mit Stanniolpapier gefüllt. Ihr Los ist als Letztes dran. Sie kann noch keine Zahlen lesen. „Nummer Hundertmillionensieben“, sagt sie. Der Budenbesitzer lacht und schlägt die große Glocke. „Hauptgewinn!“ Alle schauen. Alle staunen… 👉 Weiterlesen im Buch 👉

Hören statt lesen

Einige Texte aus HEULEN KANNSTE HINTERHER lese ich auf meinem YouTube-Kanal selbst.